Wunderbares Coorg

Geschichte

Der Pfeffer in der Geschichte von Coorg sind die Legenden und Überlieferungen, die alle Geschichten über den Ursprung dieser Region durchdringen.

Laut alten heiligen Schriften des Hinduismus, den Puranas, wurde das Land ursprünglich Krodadesa und später Kodavu genannt. Außerdem heißt es, dass Kodavu vom Wort Kodava abstammt. ‚Kod’ bedeutet ‚geben’ und ‚avva’ heißt ‚Mutter’, ein Hinweis auf Mutter Cauvery, einen der sieben heiligen Flüsse Indiens, die Quelle des Lebens und der Nahrung in diesem Land.

In der Legende heißt es, dass die Göttin Cauvery jedes Jahr an einem bestimmten Tag im Oktober am heiligen Ort Talacauvery, der Quelle des Flusses Cauvery, erscheint. Sie manifestiert sich dort als eine plötzliche Aufwallung von Wasser in einem kleinen Wasserbecken. Zu diesem Ereignis versammeln sich viele Anhänger der Göttin, um Zeuge dieser übersprudelnden Quelle zu werden, und als ganz speziellen Teil der Gebete werden mit Blumen geschmückte Kokosnüsse ins Wasser gelassen, die dann den Fluss hinuntertreiben. Das Wasser soll während dieses Ereignisses besonders kraftvoll sein und man sagt ihm heilende Wirkung nach.

Genau wie der legendäre Reichtum Indiens in der Vergangenheit Invasoren ins Land gelockt hat, so war auch die Schönheit der Natur, die vielen Wasserquellen und der fruchtbare Boden wie ein Magnet für die Herrscher der umliegenden Regionen. Der Regen und die Reisfelder machten Coorg zur Kornkammer der Region und das Land war sehr begehrt bei seinen Nachbarn.

Jahrhundertelang kämpften die hartgesottenen Bergbewohner Coorgs erfolgreich gegen die Invasoren. Sogar der mächtige Tipu Sultan und das britische Reich konnten den Kampfgeist der Menschen in Coorg nicht brechen. Ihre Loyalität und Gefolgschaft konnte nur gewonnen werden, wenn sie selbst kooperieren wollten, keinesfalls aber durch Gewalt.

In antiken Chroniken kann man nachlesen, dass die Region einer Reihe von Hindu-Dynastien Gefolgschaft leistete. Auf die Gangas von Talakad folgten die Cholas und als die Herrschaft der Hoysala im 14. Jahrhundert endete, unterstand Coorg anschließend dem Einflussbereich des Vijayanagar-Königreiches.

Als das große Vijayanagar-Reich, das für seinen Wohlstand in der ganzen Welt bekannt war, unter dem gemeinsamen Ansturm seiner Feinde fiel, blieb ein Herrschaftsvakuum zurück, dass von Stammesfürsten der Region gefüllt wurde. Diese Stammesfürsten bekämpften sich jedoch ständig gegenseitig und wurden schließlich von Veeraraja, einem Lingayat (einem Anhänger Gott Shivas), der nicht aus der Region stammte, befriedet und vereint. Veeraraja präsentierte sich als heiliger Mann, um das Vertrauen der Stammesfürsten zu gewinnen. Schließlich wurde er der erste König von Coorg. Seine Familie, die Haleri-Rajas, regierten 221 Jahre lang.

Jahrzehntelang widerstand Coorg den häufigen Invasionsversuchen von Hyder Ali und seinem Sohn Tipu Sultan. Nach zahllosen vergeblichen Versuchen gab es eine kurze Periode, in der Tipu Sultan versuchte, seine Herrschaft durch die Errichtung von vier Festungen, in denen er Truppen stationierte, zu erzwingen. Diese Truppen wurden aber bald schon besiegt und mussten kapitulieren.

Der letzte König der Region, Chikka Veerarajendra, war ein Despot, der aus diesem Grund den Rückhalt seines Volkes verlor. Am Ende brachten die gleichen Krieger, die die Haleri-Dynastie stützten, diese auch zu Fall. 1834 lud General Apparanda Bopanna aus Coorg, dessen Vorfahren noch den Briten die Stirn geboten hatten, britische Truppen unter Oberst Fraser in das Königreich ein und führte sie zur Festung in Mercara (heute Madikeri).

Es folgte eine Zeit des Friedens und Wohlstands. Die Briten verbreiteten in der Region in großem Maßstab den Anbau von Kaffee und hinterließen als ihr Vermächtnis einen kolonialen Lebensstil, der heute noch gepflegt wird. Eine Eigenschaft der Einheimischen in Coorg, nämlich geradeheraus zu schießen, sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne, wurde von den Briten sehr geschätzt und so wurden die Menschen der Region ermuntert, der britischen Armee beizutreten.

Nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 blieb Coorg zunächst noch ein unabhängiger Bundesstaat, wenn auch ein nachrangiger. 1956 wurde Coorg zu einem Distrikt in Karnataka. Die kurze Herrschaft der Briten jedoch hinterließ ein Erbe, dass identitätsstiftend blieb und das die Quelle des wirtschaftlichen Einkommens von Coorg bildet – der Anbau von Kaffee und Gewürzen.

 

 

Coorg Kodava

Wie der Kodava-Sari entstanden ist

Der heilige Ort Talacauvery, die Quelle des Cauvery, liegt 45 km südwestlich von Madikeri, der Hauptstadt des Distriktes Coorg.

Eine Legende berichtet von Cauvery, der Frau des Weisen Agasthya, die sich selbst in einen Fluss verwandelte, um so dem Volk zu dienen. Sie tauchte im Boden unter und trat dann als kraftvoller Strom wieder hervor. Genau an dieser Stelle wurde als Zeichen der Geburt des Flusses ein kleiner Schrein gebaut. Die Legende erzählt ebenfalls, dass die Falten ihres Saris nach hinten gezerrt wurden, als ihr Mann, der Weise Agasthya, versuchte, sie davon abzuhalten, ein Fluss zu werden. Bis zum heutigen Tag tragen die Kodava-Frauen ihren Sari mit den Falten auf der Rückseite!